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Sicher im Alter

Am 6. September 2002 fand in der Gaststätte Hauptmann ein Informationsabend zur Alterssicherung statt. Hierzu konnte mit Heribert Lassner, Referatsleiter beim ver.di Bundesvorstand in Berlin und zuständiger Sekretär für Seniorinnen und Senioren
ein bundesweit anerkannter Fachmann für Fragen der Altersversorgung als Referent gewonnen werden:

Weil zukünftig auf immer mehr Rentner immer weniger Beitragszahler kommen, hat die rot-grüne Bundesregierung neben die Finanzierung über den Generationenvertrag (die jungen Leute zahlen die Rente für die alten Menschen) ein zweites Standbein gesetzt: die Riester-Rente. Bei der Riesterrente sparen die Arbeitnehmer einen Teil ihres Lohns für die eigene Rente. Auf Drängen der Gewerkschaften sind auch die Arbeitgeber an der Finanzierung beteiligt und der Staat fördert die Riesterrente durch eine Grundzulage und eine Kinderzulage (siehe unten).

Die Riesterrente ist besonders interessant für junge Familien mit Kindern, weil sie die höchste staatliche Förderung erhalten und weil bei langer Laufzeit der Zinseszins beträchtlich ist und das Rentenkapital zusätzlich erhöht.

Für alte Menschen ist die Riesterrente dagegen uninteressant, weil Verwaltungsgebühren und Provisionen das eingezahlte Kapital schmälern und die Rentenzahlungen deshalb geringer ausfallen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Riesterrente aufzubauen: Versicherungen, Pensionskassen, Pensionsfonds, Banksparpläne und anderes. Es gibt jedoch Unterschiede in der steuerlichen Behandlung der möglichen Modelle. Während manche Modelle nur aus versteuertem Einkommen oder Vermögen finanziert werden können, kann bei anderen eine Lohn- oder Gehaltsumwandlung vorgenommen werden, bei denen die Beiträge lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei gestellt werden. Letzteres führt dazu, dass relativ höhere Beiträge in die Riesterrente eingezahlt werden können und die Rentenzahlungen im Alter entsprechend höher ausfallen werden.

Zwei dieser steuerlich interessanten Modelle sind die Pensionskasse oder der Pensionsfonds, besser bekannt als Betriebsrente. Sie stellen eine sinnvolle Art der Alterssicherung dar und lassen sich auch in kleinen Betrieben verwirklichen, wenn die Unternehmen sich an die großen Anbieter anhängen. Wird Arbeitslohn in eine solche Pensionskasse eingezahlt, so bleiben die eingezahlten Beträge lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei - davon profitieren Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen.
Dabei muß keiner Angst vor einer Insolvenz „seines“ Unternehmens haben, denn die Betriebsrenten sind über den Pensionssicherungsverein insolvenzgeschützt.

Eine weitere Form der Alterssicherung wurde vom Referenten herausgestellt: die eigene Immobilie. Wer im Alter keine Miete zahlen muß, hat deutlich mehr von seiner Rente. Deshalb gibt es auch die Möglichkeit, die Riesterrente auf begrenzte Zeit zur Finanzierung von Wohneigentum zu verwenden.

Im Anschluß an seinen Vortrag stand Heribert Lassner für Fragen und Einzelfallberatungen zur Verfügung, ein Angebot, das von den Teilnehmern der Informationsveranstaltung rege genutzt wurde.

Aufgrund der positiven Resonanz, die diese Veranstaltung bei den interessierten Zuhörern fand, werden weitere Infomations- und Beratungsveranstaltungen zu aktuellen Themen geplant. Die Termine werden rechtzeitig in der Presse und im Internet bekanntgegeben.

Grunddaten zur Riesterrente

Jahr  2002  2004  2006  2008 
  €  €  €  € 
Mindest-Eigenbeitrag inkl. Zulage  525  1050  1575  2100 
Grundzulage  38  76  114  154 
Kinderzulage je Kind  46  92  138  185