Festabend 80 Jahre SPD-Mantel
Souverän und charmant führte Dietmar Horch, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Mantel durch den Jubiläumsabend. „Obwohl die SPD mit 80 Jahren die älteste Partei im Ort ist, ist sie immer noch aktiv und vital!“ Horch stellte den Gästen den Markt Mantel als Gemeinde mit weit zurückreichender Vergangenheit, ausreichender Infrastruktur, guten Einkaufsmöglichkeiten und „schönen Manteler Frauen“ vor.
MdB Ludwig Stiegler als Festredner spannte einen weiten Bogen der Geschichte der Parteienlandschaft von der Weimarer Republik bis heute und verzichtete weitgehend auf Wahlkampfparolen. „In der Weimarer Republik war die Feindschaft zwischen den Parteien enorm, aber mit Hass kann man keine starke Demokratie bauen!“ Die demokratischen Parteien haben zwar verschiedene Ziele aber einen Grundsatz: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. 1925 zur Gründungszeit der Manteler SPD gab es in Mantel brave Ackerbürger, aber im Hüttenwerk Weiherhammer rebellische Arbeiter. In Mantel ist auf steinigem Boden durch die Gründung der SPD ein „Nelkenbeet von roten Nelken“ entstanden. „Diese roten Nelken sind gewachsen, liebe schwarze Brüder, es ist nicht so, dass ihr ewig auf Rosen gebettet seid“, konnte er sich einen kleinen Hieb auf die anwesenden Gäste der CSU doch nicht verkneifen. „Als Partei in der Regierungsverantwortung darf man oft nur kleine Fenster öffnen, obwohl man gerne große Tore aufschließen möchte, klagte er. Stiegler erklärte, dass er durch die Abspaltung der Linkspartei innerlich unruhig sei. „In Deutschland musste die ganze Welt zusammen helfen um uns von den Nazis zu befreien. Hätte die USA nicht interveniert, würden wir heute noch vielleicht in ganz anderen Uniformen dasitzen. Unsere oberste Aufgabe ist es, die Demokratie zu erhalten und zu hüten wie einen Augapfel“
Stiegler ging auch auf die Stellung der Frau in der Politik ein. „Früher hieß es: Frauen müssen schön sein und Männer stark. Diese Zeit ist vorbei. Jetzt gilt: Frauen und Männer sind gemeinsam ganz schön stark“! „In und mit der SPD zu leben ist verdammt aufregend und schöner als ein Abenteuerurlaub“ beschrieb der Abgeordnete seine Parteitätigkeit. „Es gab und gibt immer Wirtschaftskrisen, die musste auch schon Helmut Schmidt überwinden. Dann befanden wir uns 16 Jahre in der babylonischen Gefangenschaft derer mit dem „Schwarzgeldkoffer“. „Derzeit beleben Pullover und Büstenhalter die Diskussion über wirtschaftliche Verbindungen nach Indien und Pakistan“. Stiegler schloss seine Festrede mit dem Zitat: „Politik lebt nicht vom Triumph des Augenblicks sondern vom Glanz der Dauer“!
Anette Karl, SPD-Kreisvorsitzende lobte, dass in der Manteler SPD alle politischen Themen abgedeckt werden. Sie bestätigte Dietmar Horch, dass er einen „Super-Job“ mache.
MdL Werner Schieder bescheinigte, dass die SPD die Gemeinde Mantel maßgeblich mitgeprägt habe und eine Säule in der Kreisverbands- und Unterbezirksarbeit darstelle.
Im Freistaat Bayern herrscht Bildungschaos. Bürgermeister Josef Wittmann schätzt die SPD-Mitglieder wegen dem umgänglichen „Miteinander“. Der Manteler Ortsverein hat sich Ansehen bei Freunden und auch Gegnern erworben. Die SPD brachte von Beginn an herausragende Persönlichkeiten hervor. Bürgermeister Werner Windisch aus Weiherhammer führte aus, dass die Manteler SPD in schwierigen Zeiten hervorragende Erfolge bei Wahlen erzielt habe und Dienst am Bürger geleistet hat.
Max Artmann, Pflegesohn von Johann Grill, Gründers des Ortsvereines erzählte, wie sein Pflegevater vor „Hitlers Schergen“ die Parteiunterlagen unter Heuballen versteckte. Er war auf dem Heimweg und konnte gewarnt werden, damit er seiner Verhaftung entging. „Ich könnte heute noch den Platz zeigen, wo mein Vater sich drei Tage lang versteckt hielt“, so Artmann. Nach Ludwig Stiegler durften sich die Ehrengäste und Gäste in das „Goldene Buch“ des Marktes eintragen. Anschließend wurden Manfred Rauscher und Wilhelm Kraus für 10 Jahre Mitgliedschaft geehrt, 15 Jahre ist Peter Servus dabei, Reinhard Teichmann erhielt die Ehrung für 25 Jahre, er trug auch schon oft zur musikalischen Unterhaltung bei und Georg Kiontke (Vorsitzender der Rheumaliga) ist dem Ortsverein schon 30 Jahre treu.
Das Ehepaar Arno und Angelika Sommer dient der SPD zusammen 75 Jahre. Angelika ist seit 35 Jahren „Motor“ der SPD-Frauen und „Vater Abraham“ Arno Sommer trat 1965 ein, war von 1979 bis 1984 Fraktionsvorsitzender und Marktgemeinderat. Von 1979 bis 1984 leitete er den Ortsverein und ist seit 1985 „bis in alle Ewigkeit“ Kassier.
Zur großen Freude Horchs hatte sich der 1922 geborene Johann Schwarzmeier im August entschlossen noch im hohen Alter der SPD beizutreten und wurde mit einem Buch geehrt.






