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Mehr Straßen als der Landkreis

Die Damen von der Manteler AsF bekamen auf ihrer Truppenübungsplatzfahrt etliche Neuerungen präsentiert. Mit dem Programm "Efficient Basing Grafenwöhr" (EBG) hat die US-Regierung in den vergangenen Jahren 700 Millionen Euro in das Lager investiert. Unter anderem wurde das Tor 3 mit zwei Fahrspuren und einer Bus-Spur gebaut, um den Stau bei der Einfahrt von der Bundesstraße wegzubekommen.

Die Sicherungen sind "James-Bond- artig", wie Susanne Bartsch erklärte, die für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der US-Garnison zuständig ist. Die Hindernisse reichen von Barrieren bis hin zu Reifenschneidern. Bei den US-Streitkräften herrschte natürlich wegen der Feierlichkeiten zum 10. Jahrestag der 9/11-Anschläge eine leichte Anspannung.

Die Manteler SPD-Gruppe kam zunächst an den Fachwerkgebäuden aus der Gründerzeit vorbei. Ein neues Gebäude ist die Truppenküche, die dreimal am Tag 1800 Essen ausgibt. Ein Mittagessen kostet 4,25 Dollar, ein Frühstück 2,25 Dollar. Insgesamt wurden 1600 Wohneinheiten für Familien geschaffen. In den verschiedenen Lagern sind derzeit Streitkräfte aus 40 Partnernationen der USA untergebracht, die gemeinsam eine große Übung veranstalten.

Schreinerei für Zielscheiben


Im letzten intakten Stallgebäude ist "Heart and Home", eine Einrichtung zur Freizeitgestaltung, untergebracht. Im "Scheibenhof" befindet sich eine High-Tech-Schreinerei, die Zielscheiben herstellt.

Während der Biber nicht überall gerade beliebt ist, wird er im Truppenübungsplatz geschützt. So hat man unter einer Straße extra einen Bibertunnel gebaut, damit das Tier auch in seinen Weiher wechseln kann, ohne überfahren zu werden.

Für Löschwasser sorgt der Schlatterweiher. Der Bus kam natürlich auch an den Schießbahnen vorbei. Vom Schwarzenberg hatte die Truppe einen guten Einblick in das Einschussgebiet "Alpha".

Interessant: Im Truppenübungsplatz Grafenwöhr befindet sich ein längeres Straßen- und Wegenetz als im übrigen Landkreis Neustadt. Die Gäste sahen auch den "Stryker" ein Radfahrzeug, wie es in Afghanistan zum Einsatz kommt, oder Spezialfahrzeuge für die Entschärfung von Sprengsätzen.

Einen Blick in die Geschichte ermöglichten der Besuch des Friedhofs in Haag oder der Kirchenruine Hopfenohe sowie ein Bunker aus der Nazizeit und ehemalige Bierkeller der Löwenbräu Grafenwöhr.

Filmschauplatz

In Hopfennohe wurde in den 50er Jahren der Film "Zeit zu leben, Zeit zu sterben" mit Barbara Rütting in der Hauptrolle gedreht.

Trotz Budgetkrise ist sich Susanne Bartsch sicher, dass die US-Army die geforderten Sparmaßnahmen erfüllen und dabei die rund 3000 Zivilangestellten und 1000 Angestellten der US-Army halten kann. Denn frei werdende Posten werden einfach nicht mehr besetzt, wenn jemand in Ruhestand geht.

In der US-Garnison Grafenwöhr sind mit Vilseck 28.000 Soldaten stationiert, mit Hohenfels und Garmisch dann insgesamt 35.000. Bartsch nannte die US-Army den größten Arbeitgeber der Oberpfalz.

Quelle: Der neue Tag