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Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung

Die AsF-Vorsitzende Traudel Ucles konnte im Vereinslokal Hauptmann die zahlreich erschienenen Zuhörer begrüßen. Sie freute sich besonders, dass auch Interessierte von den Nachbarorten anwesend waren. Der Diplom-Sozialpädagoge Hans-Joachim Grajer referierte über das brisante Thema Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung. Es entstand sofort eine lebhafte Diskussion. Er beantwortete geduldig alle Fragen, die man sofort stellen konnte. Einige Zuhörer konnten aus eigener Erfahrung berichten, wie wichtig es ist, die rechtliche Seite des Betreuungsgesetzes zu kennen mit den vielen verwirrenden Paragraphen und Klauseln. Dabei kam auch zum Ausdruck, dass die Vorsorgevollmacht viel wichtiger ist, als die Patientenverfügung, die man sowieso alle paar Jahre mal aktualisieren sollte, da man ja auch seine Einstellung ändern kann. Zum Beispiel: will ich weiterleben, wenn mein Geist verwirrt und ich nur an Maschinen und Schläuche angeschlossen bin?. Will ich eine lebenserhaltende Sonde wenn nur noch meine Hülle vorhanden ist? Will ich die unerträglichen Schmerzen aushalten ? Wie ist meine religiöse Einstellung? Will ich dem Herrgott ins Handwerk pfuschen oder sage ich : ich gehe, wenn ich gerufen werde? Mit einer Vorsorgevollmacht, die vor allem die rechtliche und finanzielle Seite absichert kann man auch mit den behandelnden Ärzten eine Vereinbarung treffen, auch wenn vorher keine Patientenverfügung gemacht wurde. Auf jeden Fall ist es die gängigste Lösung, ein Familienmitglied mit der Vollmacht zu betrauen, zusätzlich noch eine Ersatzperson zu benennen, für den Fall, dass der Bevollmächtigte selbst nicht mehr in der Lage ist, die Angelegenheiten zu regeln. Auch eine notarielle Beurkundung kann von Vorteil sein. Man setzt sich natürlich nicht gern mit diesen Themen auseinander und hofft, dass so ein Fall nie eintreten möge. Tritt der Fall doch ein, so helfe ich mit einer Vorsorgevollmacht vor allem meinen Angehörigen, dass zu all dem Leid nicht noch zusätzlich bürokratische Hürden dazukommen, die oftmals unüberwindlich sind.

Ingrid Zwerenz