Das Ende

Am 30.Januar 1933 hat die NSDAP ihr Ziel erreicht, Hitler wird Reichskanzler. Die „Machtergreifung“ setzt sich bis ins kleinste Dorf fort. Auch der Gemeinderat von Mantel wird neu gebildet. Die Sitzverteilung richtet sich nach dem Ergebnis der Reichstagswahlen vom 5. März 1933 unter Weglassung der KPD. Die SPD bleibt außen vor, die Bayerische Volkspartei und die NSDAP teilen sich die Sitze.

Ehemaliges Rathaus

Am Donnerstag, den 27. April 1933 tritt der neue Gemeinderat zusammen.

Er besteht aus sechs Mitgliedern der BVP:

  • Karl Magerl
  • Michael Gmeiner
  • Josef Schubert
  • Hans Magerl
  • Peter Schmidt
  • Johann Kick

und vier Mitgliedern der NSDAP:

  • Fritz Janner
  • Hermann Brunner
  • Johann Prölß
  • Christian Fuhrmann

Zum ersten Bürgermeister wird mit 6 gegen 4 Stimmen der "zurzeit beurlaubte 1.Bürgermeister Klemm gewählt."

Christian Ritter, Former aus Mantel, wird vom 16. Mai 1933 bis 18. Mai 1933 in Schutzhaft genommen. Am 22. Juni 1933 wird die Sozialdemokratische Partei Deutschlands verboten. Die SPD-Funktionäre sind den Verfolgungsmaßnahmen der Nazis ausgesetzt.

Bericht in der Propagandazeitung "Völkischer Beobachter"


Die Wohnung des SPD-Ortsvorsitzenden Johann Grill wird durchsucht, einer Verhaftung kann Grill dadurch entgehen, dass er sich im Wald versteckt. Später verliert er seinen Arbeitsplatz im Hüttenwerk. Trotz Parteiverbot und Verfolgung überklebt er nachts die NS-Parolen und trifft sich heimlich mit den Sozialdemkraten in Amberg und Weiden.

Die BVP bleibt weiterhin im Gemeinderat vertreten, stellt ihre Mandate aber dann der NSDAP unter Druck "freiwillig" zur Verfügung. Die Lokalorganisation der BVP löst sich von selber auf.

Der Gemeinderat ist nun ganz in den Händen der NSDAP. In einem Monatsbericht des evangelischen Dekanats Weiden zur Volksmission vom 7. November 1933 wird die Lage in Mantel wie folgt beschrieben:

"Neunkirchen, Mantel: Bauerngemeinde, Mantel auch Gewerbe, Beamte, Industrie, Arbeiter, Angestellte, Neunkirchen gut kirchlich, Mantel weniger. In beiden Gemeinden alles Nationalsozialisten. Keine Schwierigkeiten ..."

Die „Reichtagswahlen“ am 12. November 1933 sind mit einer Volksabstimmung über die Frage der Billigung des Austritts Deutschlands aus dem Völkerbund verbunden. 669 Bürger der Gemeinde Mantel entscheiden sich für einen Austritt aus dem Völkerbund. 22 sind dagegen. Bei den „Reichtagswahlen“ stimmen 660 Mantler Wähler für die Einheitsliste der NSDAP.


Etzenrichter Straße in den Dreißiger Jahren