Mehrheit gegen Vermarktungsstrategie
Mehrheit gegen Vermarktungsstrategie für Schloss Steinfels
Der Großteil der Tagesordnungspunkte der Juni-Sitzung wurde wieder einvernehmlich entschieden. So fand die Planfeststellung für die Ortsumgehung Weiherhammer die Zustimmung des Marktgemeinderates. Einig war man sich, nochmals ein zügiges Verfahren zum Bau der Manteler Umgehung einzufordern, da sich das Verkehrsaufkommen nach Fertigstellung der Umgehung Weiherhammer für Mantel nochmals erhöhen wird. SPD-Fraktionssprecher Dr. Manfred Klier, führte aus, dass unverzüglich mit der Planung der Umgehung Mantels begonnen werden muss.
Einstimmig genehmigt wurden verschiedene Zuschussanträge, beispielsweise von der Faustball-Abteilung der TSG Mantel-Weiherhammer.
Etwas verwundert waren die Markträtinnen und Markträte beim Tagesordnungsplan „Energetische Sanierung des Rathauses“. Die Planungen des angesprochenen Architektenbüros sahen wesentlich größere Umbau- und Sanierungsmaßnahmen vor, als vom Markt geplant. Diese wurden vom Marktrat in dieser Form nicht akzeptiert. Es soll so gebaut werden, wie ursprünglich geplant war: Dämmung der Fassade, des Kellers und der Decke zum Dach; Austausch der Fenster und Eingangstüren; Erneuerung der haustechnischen Anlagen.
Dagegen wurde ein Ingenieurvertrag für die Erweiterung und Sanierung des Feuerwehrgerätehauses genehmigt. So kann eine schon seit längerem in den Haushalt des Marktes eingestellte Summe für eine Teilsanierung des Feuerwehrhauses verwendet werden – nötig ist die Teilsanierung schon seit Jahren. Neu ist ein Anbau für Umkleiden, der von den Fachstellen als notwendig angesehen wird.
Dann stand der Tagesordnungspunkt „Vermarktungsvorschlag für das Schloss Steinfels“ zur Debatte. Auf Vermittlung von Bernhard Weigl (SPD) bot eine renommierte Firma eine Vermarktung des Schlosses, das sich in einem sehr schlechten Zustand befindet, an. Dazu sollte das Schloss in mehreren internationalen Internetplattformen veröffentlicht werden. Die Kosten würden einmalig 290 € sowie monatlich 90 € (plus MWSt.) betragen, vorläufig für ein Jahr. Bernhard Weigl führte aus, dass die Firma auf den Verkauf derartiger Immobilien spezialisiert sei. Dem Vorschlag verweigerte die CSU und ein Gemeinderat der Freien Wähler ihre Zustimmung, da ihnen die Kosten zu hoch erschienen. Außerdem, so Gemeinderat Heisl, sei das Schloss schon auf 2 Internetplattformen präsent. Das Argument der SPD, dass die neue Internetplattform einen ganz anderen, wesentlich weiteren Einzugsbereich hätte und besonders auch vermögende Personen erreiche, wurde nicht akzeptiert. Schade, wäre dies doch eine gute Gelegenheit gewesen, an potenzielle Käuferschichten heranzutreten. Dass die alten Vertriebswege zum Schlossverkauf seit Jahren nichts gebracht haben, ist allgemein bekannt. So wird eine erfolgversprechende Möglichkeit nicht genutzt und das Schloss „dümpelt weiter vor sich hin“, auf Kosten des Marktes Mantel und damit auf Kosten seiner Bürgerinnen und Bürger.
Für Unverständnis bei der SPD sorgte noch das Verhalten von 2. Bürgermeister Oetzinger, der in Vertretung die Sitzung leitete. Anscheinend war ihm an diesem Tage „etwas über die Leber gelaufen“, versuchte er doch die berechtigten Anfragen von zwei SPD-Marktgemeinderätinnen als nicht in die Sitzung gehörig „abzuwimmeln“. Fraktionssprecher Dr. Manfred Klier wies ihn zurecht darauf hin, dass es das demokratische Recht eines Gemeinderates ist, die Anliegen der Bürger im Gemeinderat vorzutragen. Bleibt zu hoffen, dass dies ein einmaliger „Ausrutscher“ unseres noch recht unerfahrenen 2. Bürgermeisters war und nicht etwa Desinteresse an den Sorgen und Wünschen der Bürger Mantels.
Dr. Manfred Klier
Marktrat und Fraktionssprecher






