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Tagesmütter und Jugendbefragung

Jugendbefragung – ja oder nein? Weder noch – der Kulturausschuss ist am Zug!

In der Marktgemeinderatssitzung am 12. Mai 2009 herrschte bei den meisten Tagesordnungspunkten wieder weitgehende Einigkeit vor. Hätte die SPD nicht die Themen Jugendarbeit und Tagesmütter eingebracht, wären wohl kaum so hörenswerte Debatten entstanden.

Nachdem der Bauantrag von Christiane Pöll das gemeindliche Einvernehmen erhalten hatte, wurde die Jahresrechnung 2008 zur Kenntnis genommen.

Der Paragraph 35 der Friedhofs- und Bestattungssatzung, der die Größe der Grabmäler festlegt, wurde geändert: bisher waren für Urnengräber die gleichen Maße wie für Einzelgräber vorgesehen, es sind jedoch geringere Ausmaße ausreichend. Dadurch fallen ab 1. Juni 2009 im neuen Friedhof für Urnengräber auch geringere Grabgebühren an. Im alten Friedhof muss sich die Größe der Grabmäler im Rahmen des Bestehenden halten. Außerdem wurde auch § 39 der Satzung geändert: Grabmale müssen mindestens einmal jährlich auf ihren verkehrssicheren Zustand hin überprüft werden. Dafür ist der Nutzungsberechtigte verantwortlich.

Am Ende der Bachstraße beantragte Frau Barbara Schröder-Fellner bereits 2007 den Neubau einer Fahrzeughalle mit Bürogebäude und Betriebsleiterwohnung. Der Realisierung stand vor allem die Tatsache im Wege, dass ihr Grundstück, ebenso wie zwei weitere Grundstücke in diesem Bereich, im Flächennutzungsplan als landwirtschaftliche Flächen ausgewiesen sind. Da der Marktrat diesen Bereich nun in ein Mischgebiet umwandeln wird, steht der geplanten Ansiedelung eines Gartenbaubetriebes in Zukunft vermutlich nichts mehr im Wege. Im weiteren Genehmigungsverfahren haben die Anwohner Gelegenheit, ihre etwaigen Bedenken zu äußern.

Dann war der erste der beiden SPD-Anträge an der Reihe: Tagesmütter in Mantel.

Da die Kinderkrippe erfreulicherweise großen Zuspruch erfährt und für das nächste Jahr bereits voll belegt ist, und es im gesamten Landkreis zwar 37 Tagesmütter, bisher aber leider noch keine in Mantel gibt, halten wir es für sinnvoll, für die Ausbildung von Tagesmüttern in den gemeindeeigenen Medien zu werben. Dass für diese Ausbildung ein VHS-Kurs von 100 Stunden in Form von Samstagsseminaren von nöten ist, wusste übrigens nicht nur der CSU-Fraktionssprecher Gurdan, sondern auch Markträtin Fuhrmann, die aber von Bürgermeister Wittmann nicht als erste aufgerufen wurde. Der Beginn der Bildungsmaßnahme wurde vom zuständigen Jugendamt und der VHS von September 2009 auf den Januar 2010 verschoben, so dass wir uns dann im Herbst in die geplante gemeinsame Aktion des Kreisjugendamtes und der Stadt Weiden einklinken werden. Dem stimmte der Bürgermeister abschließend zu. Eine Abstimmung war nicht notwendig.

Lebhaft wurde die Debatte dann beim zweiten SPD-Antrag auf Durchführung einer schriftlichen Befragung der Jugendlichen im Markt Mantel.

Ziel unseres Antrags ist es, die Jugendlichen einmal selbst zu Wort kommen zu lassen: welche Jugendarbeit (von Vereinen, den Kirchen) nutzen sie schon, oder würden sie gerne nutzen? Wie verbringen sie ganz allgemein ihre Freizeit? Sind sie mit dem, was im Markt an Jugendarbeit geboten ist, zufrieden?

Diese Befragung sollte unserer Meinung nach nicht von einer Partei, sondern von der Gemeinde durchgeführt und ausgewertet werden, da sie so von neutraler Seite kommt und damit die Chancen steigen, eine repräsentative Mehrheit der Mantler Jugendlichen dazu zu bewegen, frei und unbeeinflusst ihre Meinung zu äußern.

Die an uns herangetragenen Defizite in der kommunalen Jugendarbeit sah der 2. Bürgermeister Oetzinger ganz und gar nicht. Er referierte, dass in der alten Schule sich derzeit 20 Jugendliche in einem von Jugendbeauftragtem Reinhold Meier sowie zwei jungen Damen beaufsichtigten Jugendraum treffen, dass im Juli eine Aktion „Verein macht Schule“ stattfinden würde, etc. Richard Kammerer (CSU) sagte, dass auch in den Vereinen viele Jugendliche aktiv sind.

Siegfried Janner schließlich sah gar keinen Grund für den Antrag und wollte die Defizite aufgelistet haben.

Um es ganz klar zu sagen: wir finden, dass die Jugendarbeit, die in den Vereinen geleistet wird, ein großer Pluspunkt im Markt Mantel ist. Es wird viel für diejenigen Jugendlichen getan, die sich für die jeweiligen Vereine begeistern und einbringen können. Das Gleiche gilt für die Kirchen. Auch dass sich die beiden jungen Damen so für den Jugendraum in der alten Schule engagieren, finden wir ganz hervorragend. Ein Beachvolleyballfeld und eine Skateranlage kann auch nicht jeder Ort vorweisen.

Aber: Vereinsjugendarbeit, kirchliche Jugendarbeit und ein Jugendtreff für eine bestimmte Gruppe mögen vielleicht in Teilbereichen den Bedarf decken – genau wissen wir es aber erst dann, wenn wir eine sorgfältig geplante, möglichst niederschwellig angelegte Befragungsaktion durchgeführt haben.

Im Kulturausschuss, an den der Antrag letztlich verwiesen wurde, haben alle Fraktionen jetzt die Möglichkeit, am Fragenkatalog mitzuarbeiten.

Schnell einig waren sich die Markträte dann wieder, als es darum ging, die Straße im Gewerbegebiet „Luderhäusl“ umzubenennen. Zwar kann man den Begriff „Luder“ jägerisch verstehen, dann heißt er soviel wie „Köder“, aber da die meisten Menschen doch eher an das Wesen auf zwei Beinen denken, war der CSU-Vorschlag „Im Gewerbepark“ schnell akzeptiert.

Beim Punkt „Bekanntgaben, Anfragen, Anträge“ dankte Bürgermeister Wittmann der SPD für das Anpflanzen der Linde im Baugebiet Winteräcker. Außerdem gab er bekannt, dass für die energetische Sanierung des Rathauses 192.000 Euro aus dem Konjunkturpaket 2 nach Mantel fließen werden. Hans Gurdan sprach ihm hierfür Lob und Dank aus. Bernhard Weigl (SPD) bot an, die Bestandsaufnahme und Beratung kostenlos durchzuführen, da er ja vom Fach ist und der Gemeinde helfen will, hier Geld zu sparen. Dieses Angebot wurde dankend angenommen.

SPD-Fraktionssprecher Dr. Manfred Klier fügte an, dass es bei aller Freude über dieses eine genehmigte Projekt sehr ärgerlich ist, dass die Feuerwehrgerätehäuser aus dem Förderprogramm herausgenommen worden sind. Insgesamt habe Mantel drei Anträge gestellt, von denen einer genehmigt wurde.

Friedrich Janner von den Freien Wählern fragte nach der Fortdauer der Auslagerung der 5. und 6. Klasse der Hauptschule Weiherhammer nach Mantel. Nach Aussage von Bürgermeister Wittmann verbleiben die Klassen vorerst in Mantel.
Eine weitere Frage hinsichtlich einer Ganztagesschule für eine 7. Klasse der Hauptschule Weiherhammer konnte Bürgermeister Wittmann nicht abschließend beantworten, hier lägen keine Erkenntnisse vor.

Franz Sperl von den Freien Wählern hakte hinsichtlich der bereits am 11. November letzten Jahres in Auftrag gegebenen Studie für die Sanierung des Feuerwehrhauses nach und bekam zur Antwort, dass der Fachberater der Regierung der Oberpfalz bereits vor Ort gewesen sei. Für den Eingangsbereich müsse ein kleiner Anbau erstellt werden. Da hierfür keine Haushaltsmittel vorgesehen seien, müsse dieser im gemeindlichen Nachtragshaushalt aufgenommen werden. Detaillierte Pläne wird es in einer der nächsten Marktratssitzungen geben.

Zum Schluss der Sitzung konnte die VHS-Außenstellenbeauftragte Fuhrmann noch die erfreuliche Nachricht verkünden, dass erstmals ein VHS-Kurs der Erwachsenenbildung zum Thema „Excel-Tabellenkalkulation“ in Mantel zustande gekommen ist.

Daniela Fuhrmann
Markträtin