17.01.2006

Tagesordnungspunkte und Abstimmungsergebnisse


Von 17 Mitgliedern (incl. BGM) anwesend

9 (bis 538)
10 

532.

Ökologischer Ausbau des Haidenaabflutkanals durch den Freistaat Bayern

     

533.

Bauantrag Tanja Bauer und Thomas Gollwitzer; Neubau eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage in der Sophie-Scholl-Str. 14

     

534.

Bauantrag Langsdorf Björn und Von der Grün Stefanie; Neubau eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage in der Sophie-Scholl-Str. 2

     

535.

Bauantrag für Neubau eines Einfamilienhauses mit Garage und Carport in der Lessingstraße 10

     

536.

Bauantrag Vogl Michael; Neubau eines Einfamilienhauses mit einer PKW Garage in der Finkenstraße 15

     

537.

Erschließung Baugebiet Steinfels Bauabschnitt II; Abschluss eines Ingenieurvertrages

     

Kostenlos zum neuen Wiesenteich - Marktrat beschließt Ausbau des Haidenaabflutkanals - Ärger über starken Lkw-Verkehr im Ort

Einstimmig befürwortete der Marktrat am Dienstag den ökologischen Ausbau des Haidenaabflutkanals in Steinfels. Die Kosten von rund einer halben Million Euro trägt der Freistaat Bayern. 50 Prozent davon werden durch EU-Mittel kofinanziert.

Landschaftsarchitekt Hans Heinrich vom Wasserwirtschaftsamt erläuterte die Maßnahme für die Unterlieger der Haidenaab nördlich der "Fischerklause" auf 800 Meter Länge. Durch den Umbau soll ein schöner Wiesenteich entstehen.

Neben Klärbauwerken werden rund 20 000 Kubikmeter zusätzlicher Hochwasser-Rückzugsraum gewonnen, bemerkte Heinrich. Es sei aber noch nicht sicher, ob dieser vorbeugende Hochwasserschutz noch heuer komme. CSU-Sprecher Reinhold Meier fürchtete, dass hier auf die Gemeinde "in irgendeiner Art und Weise" Kosten zukämen. Als "sehr gut" bezeichnete SPD-Sprecher Dr. Manfred Klier die Konzeption für den ersten Schritt.

Bautätigkeit in Steinfels

Zustimmung fand auch der Abschluss eines Vertrags mit den Zwick- Ingenieuren Weiden für die Erschließung des zweiten Bauabschnitts im Siedlungsgebiet Steinfels. Fünf Häuser würden bereits bezogen, weitere zehn noch dieses Jahr gebaut. Bis 2008 folgen noch mal zehn Wohneinheiten, informierte Bürgermeister Josef Wittmann.

Grünes Licht gab es für die Bauanträge von Tanja Bauer und Thomas Gollwitzer (Einfamilienhaus mit Doppelgarage in der Sophie-Scholl- Straße 14). Gleiches gilt für Björn Langsdorf und Stephanie von der Grün in der Sophie-Scholl-Straße 2. Genehmigt wurden auch das Einfamilienhaus mit Garage und Carport in der Lessingstraße 10 und das Einfamilienhaus mit Garage von Michael Vogl in der Finkenstraße 15.

Reinhold Meier sprach auf Grund der starken Zunahme des Lkw- Durchgangsverkehrs in den vergangenen Monaten von einer unzumutbaren Belastung für die Anwohner. Sie hätten auch Schäden an ihren Häusern zu beklagen. Der CSU-Fraktionschef beantragte eine Information des Gemeinderats in der nächsten Sitzung über den Stand des Planungsverfahrens für die Umgehung. "Es muss endlich was geschehen", forderte Meier.

Problem Bahn

"Wären die Schwierigkeiten mit der Deutschen Bahn AG, die zur Verzögerung des ersten Bauabschnitts in Etzenricht geführt haben, vorhersehbar gewesen, hätte unser Landrat die Umgehung von Mantel vorgezogen", erklärte der Bürgermeister. Anton König (FWG) bat, die weitere Vorgehensweise in Sachen Dorferneuerung festzulegen.

Trotz Schneetreibens hatten sieben Zuhörer den Weg zur ersten Sitzung im neuen Jahr gefunden.

Quelle: Tageszeitung "Der neue Tag" vom 19.01.2006


Ortsbild selbst mitgestalten - Bürgermeister und Fachleute stellen Verschönerungskonzept vor - Bürgerbeteiligung gefragt

Dass der Ort attraktiver werden soll, hat der Marktrat schon vor einiger Zeit beschlossen. Am Donnerstag stellten Bürgermeister Josef Wittmann, Architekt Karlheinz Beer und Diplom-Immobilienwirtin Sonja Siebenhühner in einer Bürgerversammlung im Gasthaus "Zur Post" vor, was unter Ausschöpfung aller möglichen staatlichen Fördermittel in den nächsten 15 Jahren getan werden kann.

Überwiegend hörten Anwohner des Marktplatzes, der Weinstraße, der Hüttener und der Etzenrichter Straße zu. Wie in vielen Orten sind auch in Mantel auf der grünen Wiese in Baugebieten neue Häuser entstanden, und der Ortskern blutet aus. Aber gerade dort lebe die Geschichte, die für Mantel werben könne, so Beer.

Der Planer zeigte ein Grobkonzept auf, für welche Ortsbereiche Sanierungen in Frage kommen. Ein positives Beispiel sei das Burgenland in Österreich an. Vor allem in Bauernhäusern könne Wohnraum mit hoher Qualität geschaffen werden. Beer erläuterte am Beispiel einer Landesgartenschau, dass auch Industriebrachen reanimiert werden könnten. "Ihr habt die Stadt Weiden im Rücken und könnt im Freizeitbereich mit guter Gastronomie und Radwegen die Besucher nach Mantel locken", machte der Architekt Mut.

Eiscafé ideal

Die Straßen und der Marktplatz könnten wieder so gestaltet werden, dass sich die Leute gerne dort treffen, um sich zu unterhalten. Beer stellte sich am Marktplatz ein Eiscafé mit Gartenbetrieb vor. Nicht jeder Baum sollte als Bedrohung betrachtet werden, sondern für ein aufgelockertes Straßenbild sorgen. "Wenn die Maßnahme gelingt, wird dies eine Wertsteigerung Ihrer Immobilien zur Folge haben", machte Beer den Anwohnern das Mitmachen schmackhaft.

Sonja Siebenhühner hat in 13 Jahren 20 Sanierungsmaßnahmen begleitet. Durch das bayerische Modernisierungsprogramm können auch private Sanierungsmaßnahmen gefördert werden. Neben den Fördermitteln des Freistaates sind günstige KfW-Darlehen möglich, und auch die "Muskelhypothek" mit Eigenleistung trägt zum Erfolg bei.

"Es ist höchste Eile geboten, um die günstigen Zinsen noch zu nutzen, Baugelder werden sicher wieder teurer", prophezeite die Expertin.

Siebenhühner zeigte am Beispiel von Parkstein auf, wie sich ein Ort positiv verändern kann. In etwa drei Wochen wird das nächste Treffen stattfinden, und dann sollen Arbeitsgruppen gebildet werden, die jeweils aus etwa fünf Personen bestehen und sich etwa alle zwei Monate treffen. In einem halben Jahr könnten erste Ergebnisse vorliegen.

Eine Gruppe für Hausgestaltung kann herausfinden, was typisch für Mantel ist, wo es Gemeinsamkeiten gibt. Leute mit "grünem Daumen" können sich um die Ortsbegrünung kümmern, und ein Arbeitskreis Geschichte könnte besonders die alten Traditionen wieder hervorkehren. Auch Gewerbetreibende könnten sich einbringen. "Wenn es im Ortskern viele attraktive Häuser gibt, werden sich auch verstärkt Einzelhändler ansiedeln", warben die Fachleute.

Wie Beer aufzeigte, sollen die Hüttener Straße und die Etzenrichter Straße ein anderes Erscheinungsbild bekommen. In diesem Zusammenhang wiesen verschiedene Anwohner empört auf den verstärkt durch Mautpreller auftretenden Schwerverkehr hin. Eine Umgehung sei dringend erforderlich.

Wittmann bestätigte, dass eine Verkehrszählung in der Hüttener Straße ergeben habe, dass die Zustände für die Anwohner unerträglich seien. Leider stocke derzeit das Raumordnungsverfahren für die Umgehungsstraße in Weiherhammer.

Bis zu 25 000 Euro

Beantwortet wurden noch Fragen zur Umsetzung der Maßnahmen. Die Beratung erfolgt für die Bürger durch den Architekten und die Immobilienwirtin kostenlos. Anträge werden gesammelt. Jeweils der 30. September eines Jahres ist der Termin zur Weiterleitung. Pro Grundstück ist eine Höchstförderung von 25 000 Euro möglich. Die Zuschüsse müssen nicht zurückgezahlt werden.

Quelle: Tageszeitung "Der neue Tag" vom 14.01.2006