12.06.2007

Tagesordnungspunkte und Abstimmungsergebnisse

Informieren Sie sich hier über die Tagesordnungspunkte der öffentlichen Marktratssitzung und die jeweiligen Abstimmungsergebnisse.

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Brunnen zwei in Mantel mit Nitrat belastet - Diskussion um Vollerschließung des Gewerbegebietes

Obwohl die Erschließung des Gewerbegebietes gar nicht auf der Tagesordnung stand, diskutierte der Marktrat in der jüngsten Sitzung über das Projekt. Dr. Manfred Klier (SPD) hatte in der Bauleitplanung nachgesehen und wurde in seiner Meinung bestätigt, dass dort von 710 000 Euro Kosten die Rede ist.

Ernst Heisl, Siegfried Janner und auch Michael Scheiber von der CSU sahen sehr wohl einen Sinn in der Vollerschließung, vor allem bei der Größe des Gebietes. Eine Teilerschließung käme insgesamt teurer. Das Ingenierbüro habe eine Vollerschließung empfohlen.

Bürgermeister Josef Wittmann hofft auf Interessenten, wenn der Markt ein voll erschlossenes Gebiet vorweisen könne. "In Luhe hat sich bereits ein Käufer angesiedelt, der auch in Mantel angefragt hat", argumentierte er. Die SPD ließ sich aber nicht überzeugen und führte auch eine Zinsersparnis bei einer Teilerschließung an.

Auf die Lage der verkauften Grundstücke angesprochen, konterte Matthias Kohl von der CSU, dass sich wohl kein Käufer sagen lasse, welches Grundstücke er erwerben dürfe. Heisl fand es unsinnig, über das Vorhaben zu debattieren, obwohl noch kein Beschluss für eine Erschließung vorliege. Die SPD hielt entgegen, dass man gerade vorher die Vor- und Nachteile gründlich bedenken sollte.

Gleich zu Beginn der Sitzung war Klier noch mal auf eine Aussage von Michael Scheiber in der CSU-Versammlung, er habe vom Markt nichts geschenkt bekommen, zu sprechen gekommen. Klier wies darauf hin, dass die SPD bezüglich Grundstücksverkäufen in den "Winteräckern" einen Antrag auf Wegfall der Geheimhaltung gestellt habe, sich aber damit nicht durchsetzen konnte.

Vertrag aufgehoben

Einstimmig wurden die Bauanträge von Matthias und Stefanie Meier, Sonja Attiq, Wilhelm Stark, Werner und Regina Zoltziar und Franz-Josef Wirner genehmigt. Die Erschließung des Baugebietes "An der Hüttener Straße" ging an das Ingenieurbüro Zwick. Auf seine Nachfrage bekam Anton König von der FWG die Antwort, dass ein früherer Ingenieurvertrag aufgehoben worden sei.

Die Gemeindeverbindungsstraße nach Rupprechtsreuth baut die Firma Wolfgang Scharnagl aus Weiden für 471 590 Euro. Das Gremium erkannte den Bedarf von 108 Plätzen für das Kinderhaus St. Elisabeth an, da in nächster Zeit mehr Kinder erwartet werden. Jede Gruppe hat somit zwei Plätze mehr zur Verfügung, die Kinderkrippe bleibt bei 15 Plätzen.

Zum Antrag der Firma Pame auf Durchführung einer Beachparty schlug Bürgermeister Wittmann vor, jährlich nur eine Veranstaltung zu genehmigen. Dies sei heuer bereits geschehen. Die Veranstalter sollten abwechselnd zum Zug kommen.

CSU-Rat Reinhold Meier beantragte, dass sich die Veranstalter durch Unterschrift verpflichteten, an Kinder keinen Alkohol auszuschenken. Auch die SPD war der Meinung, mit dem Party-Veranstalter den Alkohol-Ausschank zu besprechen. Die Wasserwacht-Ortsgruppe Weiherhammer erhält für ein Zeltlager je Teilnehmer aus Mantel 2,50 Euro pro Tag.

Bürgermeister Wittmann gab noch einen Überblick über die Nitratbelastung beim Brunnen II. Seit Senkung der Grenzwerte lägen die Werte ständig darüber. Laut Ingenieurbüro gäbe es verschiedene Varianten, um das Problem in den Griff zu bekommen. An wenigsten effektiv sei es, das Schutzgebiet zu vergrößern. Es sei Unsinn, dass die Landwirte auf eine sehr große Fläche keine Gülle aufbringen dürften. Die zweite Möglichkeit sei eine Probebohrung für einen neuen Brunnen, der aber 300 000 Euro kosten könne. Aber auch hier gäbe es keine Sicherheit bei den Blei- oder Nitratwerten.

Neue Wasserleitung

Am sinnvollsten werde es für den Wasser-Zweckverband sein, ein freiwerdendes Wasserkontingent von der Firma Pilkington Weiherhammer zu nutzen. Nach dem ersten Schritt werden 45 000 Kubikmeter Wasser jährlich frei und in zwei bis drei Jahren noch mal die gleiche Menge. Um das Kontingent zu nutzen, müsste für 300 000 Euro eine Wasserleitung vom Etzenrichter zum Manteler Hochbehälter gebaut werden. In etwa vier Jahren könnte dann der belastete Brunnen stillgelegt werden.

Quelle: Tageszeitung "Der neue Tag" vom 15.06.2007