16.01.2007
Tagesordnungspunkte und Abstimmungsergebnisse
Von 17 Mitgliedern (incl. BGM) anwesend
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634.
Informationen über den Bayernring
--> keine Abstimmung erforderlich
635.
Städtebauförderung; Aufnahme einer Maßnahme in das kommunale Förderprogramm
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636.
Bauantrag Fischer Ralf; Errichtung einer Lagerhalle für Kfz-Teile mit Werkstatt und Abstellfläche für Autos in Steinfels Nr. 6
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Details zum Bayern-Ring - AvD stellt geplantes Projekt bei Mantel in großer Halle vor
Das Thema ist dem Manteler Marktrat zu heiß, als dass er es in der gewohnten Atmosphäre des Feuerwehrhauses behandeln will. Die erste Sitzung des Jahres verlegt er in die Mehrzweckhalle, damit sich möglichst viele Zuhörer ein Bild vom wichtigsten Tagesordnungspunkt machen können: AvD-Präsident Helmut Prem aus Weiden und vier weitere Mitglieder des Automobilclubs stellen am Dienstag um 19 Uhr den geplanten Bayern-Ring vor.
Prem war im Dezember mit Vertretern der Bayerischen Staatsforsten, Bürgermeister Josef Wittmann und CSU-Fraktionschef Siegfried Janner bei Landwirtschaftsminister Josef Miller. Die Delegation hatte Georg Stahl eingeladen. Der Landtagsabgeordnete zieht ein sehr positives Fazit des Gesprächs: "Der Minister hat mitgeteilt, dass uns der Forst in Sachen Grunderwerb und Benutzung des Geländes keine Steine in den Weg legt."
Das bestätigt Prem. Den Umschwung hätten veränderte Planungen gebracht. Der AvD bräuchte für den Bayern-Ring vor den Toren Mantels nicht mehr 140 Hektar Grund, sondern nur mehr 100. "Davon würden nur zehn Prozent bebaut", erklärt Prem. Der Forst würde das Areal in Erbpacht abgeben und Restflächen gemeinsam mit dem AvD nutzen. Bisher hatte sich die Forstverwaltung gegen die Rennstrecke gesträubt, weil sie in dem Gebiet Sand und Kies im Nassabbau gewinnen will, wozu Grabungen bis in drei Meter Tiefe nötig sind.
Darauf würde der Forst verzichten, wenn der Markt Mantel und der AvD eine Reihe anderer Genehmigungen bekämen. Unter anderem bräuchte es eine Umwetvrträglichkeitsprüfung, eine FFH-Prüfung und ein Lärmschutzgutachten. Dazu kämen Raumordnung und Flächnnutzungsplan. Vieles davon fällt in die Zuständigkeit des Landratsamts.
Details legt Prem am Dienstag auf den Tisch. "Es ist ein Projekt für die Region. Dahinter stehen Ehrenamtliche und nicht irgendwelche Großkonzerne", beugt er Spekulationen vor. "Wir machen das nur, wenn die Manteler Bevölkerung das will."
Quelle: Tageszeitung "Der neue Tag" vom 12.01.2007
Bayern-Ring: Finanz-Konzept soll auf den Tisch
Marktrat hat noch einige Zweifel und Fragen zum geplanten AvD-Projekt bei Mantel - Reaktionen von "toll" bis zweifelhaft
Das war zu erwarten: Der geplante Bayern-Ring löste nach der Präsentation der Pläne nicht nur bei den Bürgern, sondern auch im Marktrat Diskussionen aus.
SPD-Sprecher Dr. Manfred Klier glaubte AvD-Chef Helmut Prem nicht, dass die Besucher der Anlage den Anfahrtsvorschlägen der Veranstalter Folge leisten: "90 Prozent der Gäste werden über die A 93 auf dem kürzesten Weg durch die Hüttener Straße kommen." Klier bezweifelte auch die angedeuteten 30 bis 40 Vollarbeitsplätze, nachdem der Sachsen-Ring nur 23 bis 27 Arbeitsplätze vorweisen könne. Er befürchtet zudem, dass die Manteler in ihren Bürgerrechten eingeschränkt werden. "Auf alle Fälle werden die nächsten Monate und Jahre in Mantel sehr interessant."
"Die Investoren wollen natürlich Gewinn machen", kommentierte Klier, nachdem Prem zuvor erklärt hatte, dass der AvD froh sein, wenn sich der Ring lediglich tragen und keine Verluste einfahren solle. Auch in Sachen Lärmschutz hatte Klier seine Zweifel bezüglich Prems Erklärungen.
Bevölkerung ins Boot holen
Michael Scheiber (CSU) erklärte, die Sache Bayern-Ring sei erst mal "angebrütet", eine Genehmigung müsse noch viele Fachstellen durchlaufen. Pro und Kontra sollten in sachlicher Diskussion gegenübergestellt werden. Scheiber findet die Idee toll und hofft, die Bevölkerung mit ins Boot zu bekommen. Allerdings forderte er für die Bürgerversammlung ein Finanzierungsmodell.
Siegfried Janner (CSU) ist einer der wichtigsten Ideengeber in Sachen Bayern-Ring. Er erhofft sich eine Lösung der Haushaltsprobleme, die auch von der Opposition angemahnt werden. Die Umgehungsstraße sei kein Luftschloss, sondern vom Landkreis bereits auf den Weg gebracht.
Bürger am Zug
Bürgermeister Josef Wittmann bat die Zuschauer, die in der Marktratsitzung keine Rederecht hatten, sich Gedanken zu machen und Fragen, die ihnen am Herzen liegen, in der Bürgerversammlung am 29. Januar zu stellen. Einige Besucher machten gleich Fotos vom Plan der Anlage.
Quelle: Tageszeitung "Der neue Tag" vom 22.01.2007
Bürgerentscheid vor der Tür - Keine Angst vor Lärm und Verkehr: AvD-Präsident präsentiert im Marktrat Details zum Bayern-Ring
Eineinhalb Stunden stellte AvD-Präsident Helmut Prem am Dienstagabend den geplanten Bayern-Ring in der Mehrzweckhalle vor. Am Ende durfte er sich über respektvollen Beifall der rund 150 Zuhörer freuen. Noch lauter fiel der Applaus für Franz Sperl aus. Der Freie Wähler forderte einen Bürgerentscheid über das Projekt. Eine eindeutige Stimmung pro oder kontra war im Saal nicht auszumachen.
Die gefürchtete Verkehrsbelastung durch den Bayern-Ring sei gar nicht so schlimm, versuchte der Weidener Prem in seinem Vortrag mit zahlreichen Argumenten klar zu machen. So stehe Landrat Simon Wittmann hinter den Plänen. Er habe sogar in Aussicht gestellt, dass die Ortsumgehung früher kommen könnte, sollte es mit dem Ring klappen.
Überdies plane der AvD auf dem 100 Hektar großen Gelände zwischen dem Gewerbegebiet "Luderhäusl" und Hütten nur vier bis fünf Großveranstaltungen im Jahr mit bis zu jeweils 20 000 Zuschauern. "Das ist Breitensport, keine Formel 1 oder Deutsche-Tourenwagen-Meisterschaft", bekräftigte Prem. Tourenwagen oder Ferrari-Flitzer der GT-Meisterschaftsserie sollen dort zwar auch ihre Runden drehen, allerdings böte das Areal auch die passende Kulisse für Motorradrennen oder Oldtimer-Schauen.
Genügend Parkplätze
Die interessierten Fans würden nicht plötzlich alle auf einmal die Hüttener Straße verstopfen, glaubt der AvD-Chef. Je nachdem aus welcher Richtung sie anreisten, gäbe es verschiedene Anfahrtsmöglichkeiten: über Frauenricht, Etzenricht, Parkstein/Hütten auf der B 470 oder aus Richtung Westen über Grafenwöhr. Parkplätze böte das Gelände genügend, antwortete Prem auf eine Frage von Anton König. Der bei der jeweiligen Veranstaltung nicht genutzte Teil des riesigen Areals biete ausreichend Raum. Ansonsten sei der Bayern-Ring vor allem für Alltagstaugliches vorgesehen: Fahrsicherheitstraining, Autotests, Anfängertraining. Zwar sollten die Einrichtungen acht Monate lang möglichst sieben Tage in der Woche ausgelastet sein, aber keineswegs ein Rund-um-die-Uhr-Betrieb werden. Prem: "In der Regel ist um 18 Uhr Schluss."
Um das Thema Lärm würde ohnehin zuviel Radau gemacht. "Das Landesgewerbeamt Nürnberg erstellt ein Gutachten, und der Deutsche Motorsportbund misst die Lautstärke sogar während der Veranstaltungen." Im Übrigen dürften die Fahrzeuge das Maximum von 100 Phon in einem halben Meter Entfernung nicht überschreiten. Zum Vergleich: Für ein Industrie-Unternehmen gälten 60 Phon bei Dauerbetrieb.
Die Hauptwindrichtung in Mantel sei Südwest, der Ring befinde sich jedoch in Nordwest-Lage. Auch die Entfernung lasse keinen Dauerkrach befürchten. "Die Motocross-Strecke ist vier Kilometer von der Bachstraße weg. Das ist so weit wie der Bahnhof von Weiherhammer." Überhaupt sei der Bayern-Ring mit bestehenden Strecken in Deutschland nicht vergleichbar. "Mich ärgert, was da im Internet behauptet wird", stöhnte der AvD-Präsident. Die Euro-Speedway-Anlage in der Lausitz sei wesentlich größer dimensioniert, Motorsport-Parks in Ebern bei Bamberg und im schwäbischen Äpfingen hätten wegen der Ortsnähe oder ihrer erhöhten Lage kaum Chancen. Zudem stünden dort nicht gerade seriöse Geschäftemacher dahinter.
Um deren Dunstkreis fahre der AvD einen weiten Bogen. "Wir reden von einer 17 bis 19-Millionen-Euro-Investition und machen alles ehrenamtlich. Und wir haben bisher alles aus eigener Tasche finanziert", unterstrich der Weidener.
Interessenten seien bereits da, auch Privatpersonen sollten einsteigen, erklärte AvD-Geschäftsführer Clemens Sammet zur Finanzierung. "Aber alles ist erst umsetzbar, wenn es mal genehmigt ist." Das Projekt solle sich in zwölf bis 15 Jahren amortisieren, wenn man von einer nicht hundertprozentigen Auslastung ausgehe.
Sammet bremste indes die Verheißungen eines Bürgerentscheids. "Das bindet die Hände bei so einem Projekt, weil es alles bis zu einem Dreivierteljahr verzögern kann und so Kosten verursacht", machte er ein normales Genehmigungsverfahren mit ausliegenden Plänen und Widerspruchsfristen schmackhaft.
Bald Bürgerversammlung
Ob die Manteler dabei mitmachen, ist offen. Näheren Aufschluss wird die Bürgerversammlung am 29. Januar bringen. Dazu lud CSU-Sprecher Reinhold Meier die AvD-Vertreter ein. Sie werden auf eine ähnliche Zuhörerschaft treffen. Allerdings darf die dann kräftig mitdiskutieren.
Fünf Veranstaltungsorte und ein Dorf
Der Bayern-Ring soll nach den Vorstellungen der Planer fünf verschiedene Bereiche auf 100 Hektar umfassen. Es sind:
* Fahrsicherheitszentrum: Auf 85 000 Quadratmetern sollen Anfänger und Vielfahrer ihr Können verbessern. Mit Autos, Motorrädern, Bussen oder Lastwagen sollen sie üben können, wie sie etwa bei Aquaplaning richtig reagieren. Das vorgesehene Areal ist dort, wo früher die Weidener Firma Schnurrer Sand abgebaut hat.
* Erprobungs-/Rennstrecke: Sie soll rund 4000 Meter lang und im Schnitt zwölf Meter breit werden. Die Start- und Zielgerade soll etwa einen Kilometer lang und 20 Meter breit sein. Ferner sind eine 250 Meter lange Boxenanlage mit 25 Boxen entstehen. Dazu sind rund 460 000 Quadratmeter Grund nötig.
* Motocrossgelände: Dieses Gelände soll internationalen Veranstaltungen aller Cross-Klassen Platz bieten. Die 350 000-Quadratmeter- Anlage berührt Flächen, auf denen früher Eduard Wittmann Sand und Kies gewonnen hat.
* Kartbahn: Die Kartbahn könnte in Richtung Grub auf 65 000 Quadratmetern entstehen. Die Strecke soll 1200 Meter lang und ein Revier für Karts, Supermotos und Auto-Slaloms werden.
* Off-Road-Park: Auf unbefestigten Strecken sollen Autos, Motorräder und Quads ihre Geländegängigkeit unter Beweis stellen. Dazu hätten sie 500 000 Quadratmeter auf Waldwegen Platz. Diese Wege will der AvD gemeinsam mit den Bayerischen Staatsforsten nutzen.
* Zentrales Dorf: Der gesamte Ring ist relativ lang, hat aber eine geringe Tiefe, beschreibt Helmut Prem das Areal. Sein Zentrum soll ein Dorf mit etwa 20 Häusern werden, die sich um einen etwa 80 mal 80 Meter großen Platz herum gruppieren. Dazu werden 40 000 Quadratmeter benötigt. In den Häusern könnten Fahrer und Test-Teams übernachten. Der Platz könnte wie die gesamte Anlage auch von örtlichen Vereinen mit benutzt werden, erklärte der AvD. Das reiche von Festen bis zu einem Bio-Markt. Ob dazu der Name des Dörfchens passt? Es soll "Speed-City" heißen.
Entscheidung bis Ende Januar
Der Bayern-Ring soll nach Vorstellungen des AvD 30 bis 40 Vollzeitarbeitsplätze und 60 bis 120 Teilzeitjobs bringen. Hauptberufliche könnten sich um Verwaltung, Marketing, Technik und Unterhalt kümmern, andere sich zum Beispiel als Parkwächter etwas dazuverdienen. Als Baubeginn schwebt dem Automobilclub Mitte 2008 vor, als Eröffnungstermin der Herbst 2009. Die Gesamtinvestition beziffern die Initiatoren mit 17 bis 19 Millionen Euro - ohne Grundstück. Bis dies Wirklichkeit wird, müssen die sie bei Ämtern und Behörden aber noch einmal Gas geben.
Der vorgesehene Grund gehört den Bayerischen Staatsforsten, die dort Sand und Kies abbauen. Ob ihn der Markt Mantel eingemeinden und dem AvD zur Verfügung stellen kann, wird derzeit geprüft. Landwirtschaftsminister Josef Miller hat in Aussicht gestellt, dass der AvD das Areal in Erbbau bekommt, vorausgesetzt die wirtschaftlichen Interessen des Forsts und des Bayern-Rings kommen sich nicht in die Quere. Dies will die Forstverwaltung bis Ende Januar entscheiden. "Wir rechnen mit einer schriftlichen Option für das Gelände, um weitere nötige Anträge stellen zu können", sagt AvD-Chef Helmut Prem.
Quelle: Tageszeitung "Der neue Tag" vom 20.01.2007




