Aus Denkzettel lernen
Manteler SPD sieht optimistisch in die Zukunft - Zurzeit 78 Mitglieder
Mit gemischten Gefühlen blickte Vorsitzende Andrea Bertelshofer bei der Jahreshauptversammlung der SPD auf das vergangene Jahr zurück. Während die vielfältigen Aktivitäten des Ortsvereins gut von der Bevölkerung angenommen wurden, schmerzte das Ergebnis der Bundestagswahl.
"Die SPD hat einen Denkzettel bekommen und ich bin guter Hoffnung, dass die Parteioberen daraus lernen werden. Dass jedoch die Große Koalition besser regierte als die jetzige Chaos-Koalition aus Schwarz-Gelb merkt inzwischen jeder Bürger im Land", sagte Bertelshofer. Der Ortsverein habe gegenwärtig 78 Mitglieder. Sehr zufrieden zeigte sich die Vorsitzende mit den vielen Aktivitäten im vergangenen Jahr, beispielsweise mit den gut angenommenen Veranstaltungen oder der aktiven Teilnahme vieler Mitglieder am örtlichen Geschehen, wie der von der SPD betriebenen Weinlaube auf dem Bürgerfest.
Kassier Arno Sommer konnte den zahlreich erschienenen Mitgliedern eine zufriedenstellende Kassenlage verkünden. Traudl Ucles als Vorsitzende der SPD-Frauen berichtete anschließend über viele Aktivitäten ihrer äußerst rührigen Gruppe. Die Busfahrten nach Rügen und Salzburg, ein sehr gut besuchter Bücherabend zum Thema Liebe, eine Besichtigung der Weidener Justizvollzugsanstalt, die Beteiligung am Weihnachtsmarkt, der überwältigende Erfolg der diesjährigen Fahrradbörse oder die ausgebuchte Informationsfahrt in den Truppenübungsplatz Grafenwöhr zählten zu den "Highlights".
Interessanter Einblick
Markträtin Daniela Fuhrmann vermittelte den Mitgliedern einen interessanten Einblick in die Marktratsaktivitäten. Sie stellte die aktuell laufenden Bauprojekte, wie die Gemeindeverbindungsstraße nach Steinfels, den Anbau am Feuerwehrhaus und die Planungen zur energetischen Sanierung des Rathauses vor.
Bedauerlich sei, so Fuhrmann, dass CSU und Freie Wähler die guten Vorschläge von Bernhard Weigl (SPD) zur weiteren professionellen Vermarktung des Schlosses Steinfels ablehnten. So "dümpelt" das Schloss weiter vor sich hin. Anschließend stellte sie den aktuellen Stand zum angedachten Pflegeheim in der Turnhallensiedlung vor, das von der SPD voll unterstützt wird, da es den Markt enorm bereichern würde und zahlreiche Arbeitsplätze mit sich bringen würde.
Dass in Mantel kommunalpolitisch vieles im "Schneckentempo" vorangeht, zeigte sie an den Themen "Schutz vor Starkregenschäden in den Baugebieten Winteräcker und Kreuzäcker" und "Umsetzung des Grünordnungsplans im Baugebiet Winteräcker" auf, die von der SPD-Fraktion immer wieder angemahnt wurden.
Anschließend stellte Dr. Manfred Klier, der beruflich bei der Stadt Nürnberg die städtische Beschäftigungspolitik koordiniert, die Grundlagen und bisherigen Erfahrungen des "Reizthemas Hartz IV" vor. Kernelement von "Hartz IV" war die Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe. Durch wesentlich verstärkte Betreuung vieler langjähriger Sozialhilfeempfänger sollte versucht werden, diese aus der Sackgasse "Sozialhilfe" heraus und wieder in Arbeit zu bringen. Nicht akzeptabel für viele SPD-Mitglieder, so Klier, war vor allem die Bestimmung, Arbeitslose generell nur zwölf Monate im Arbeitsgeldbezug zu lassen und sie dann in das "Hartz IV-System" zu überführen.
Drei Prozent in Hartz IV
Während sich im Landkreis Neustadt knapp über drei Prozent der Bevölkerung in Hartz IV befinden, sind dies in Nürnberg etwa zehn Prozent, also 50 000 Personen, davon etwa 13 000 Kinder. Durch "geförderte Ausbildung" Jugendliche und durch vielfältige Maßnahmen Erwachsene ins Arbeitsleben einzugliedern ist Ziel der ARGE Nürnberg, wie auch der anderen ARGEN.
Quelle: Tageszeitung "Der neue Tag"






