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Strukturwandel geschafft

Manteler Sozialdemokraten erkunden Nürnberg

Ein voller Erfolg wurde die "sozialdemokratische Stadtführung" des SPD-Ortsvereins in Nürnberg unter Leitung von Dr. Uli Glaser, dem Geschäftsführer der Kulturpolitischen Gesellschaft in Bayern. Erster Stopp nach der Bahnanreise war die Parteizentrale der Nürnberger SPD, das Karl-Bröger-Haus. Früher diente es als Verlagsgebäude der 1871 gegründeten Fränkischen Tagespost, dem Vorläufer der Nürnberger Nachrichten.

"Nürnberg ist von jeher eine stark sozialdemokratisch geprägte Großstadt", sagte Glaser. Sie stellte viele Oberbürgermeister und mit den ehemaligen Bundesministerinnen Käte Strobel und Renate Schmidt prominente Politiker in Regierungsverantwortung. Im Gegensatz zur historischen Altstadt war der Süden der Frankenmetropole seit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert die Arbeiterstadt.

Nürnberg, das früher wie das Ruhrgebiet sehr viele Arbeitsplätze in der Produktion besessen hatte, schaffte den Strukturwandel hin zur Dienstleistungswirtschaft. Neben großen Unternehmen wie der GfK-Gruppe, der Datev oder der Nürnberger Versicherung gebe es viele kleine innovative Firmen. Größter privater Arbeitgeber sei nach wie vor der Siemenskonzern mit Standorten im Süden.

Glaser wies aber auch auf gravierende soziale Probleme hin. Die Arbeitslosenquote betrage 9,5 Prozent. "Fast jeder zehnte Nürnberger, insgesamt 48.000 Personen, findet sich im Hartz IV-System. Jedes dritte Kind lebt in Armut. Im Mittelalter hatte Nürnberg als eine der mächtigsten Städte Europas 50.000 Einwohner. Diese verringerten sich bis ins 17. Jahrhundert, auch als Folge des Dreißigjährigen Krieges und der Pestepidemien, auf 35.000.

Mit Beginn der Industrialisierung erreichte man 1850 wieder die Zahl 50.000. Um 1900 gab es eine enormen Zuwachs auf 260.000 Einwohner. Die gegenwärtig über 500.000 Bürger hieven die Kommune auf Platz 13 unter den deutschen Städten.

Quelle: Tageszeitung "Der neue Tag"

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